Mehr als 100 Jahre Barmer Tennisclub

Das Jahr 1893 war für die Entwicklung des Tennissports insofern von Bedeutung, als das in Barmen der Barmer Tennisclub gegründet wurde.

Die Anfänge unseres Clubs waren nicht -wie zu vermuten- auf Barmens Südhöhen, also auf unserer heutigen Anlage zu finden, sondern unten im Tal, in Unterbarmen. Die ersten Plätze lagen an der Alleestraße, an der heutigen Friedrich-Engels-Allee, zwischen Friedrich-Wilhelm-Straße und Oskarstraße.

Im Jahr 1904 begannen dann die Verhandlungen zwischen Herrn Adolf Vorwerk und dem Barmer Tennisclub. Herr Vorwerk hatte dem Club das Anerbieten gemacht, auf seinem „Terrain“ am Toelleturm drei Plätze anzulegen. Das war zu der Zeit, als auf dem heutigen Platz 1 im Rahmen eines von Herrn Vorwerk angelegten Freizeitparks eine elektrische „Thurmbahn“ stand.

Am 11.04.1911 fand in der Gesellschaft Concordia die Generalversammlung statt, auf der man u.a. die Eintragung des Barmer Tennisclubs in das Vereinsregister zum 1.7. d.J. beschloss.

Der § 1 der Statuten von 1911 beginnt folgendermaßen: „Der Barmer Tennisclub e.V. bezweckt die Pflege und Förderung des Tennisspiels sowie des Eissports.“ Von älteren Mitgliedern war zu hören, dass bis zum zweiten Weltkrieg die Plätze im Winter mit Wasser bespritzt und dann zum Eislaufen genutzt wurden. Ausserdem war das Tennisspielen und das Clubleben damals nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein gesellschaftlicher Vorgang. Es wurde viel auf Formen geachtet. Die Aufnahme in den BTC konnte laut Satzung nur auf Vorschlag und unter Bürgschaft von zwei Clubmitgliedern aufgrund einer Ballotage erfolgen.

Beim Bombenangriff im Jahre 1943 wurde das Clubhaus, das bis dahin im Wesentlichen aus Holz und Fachwerk bestanden hatte, bis auf die Fundamente zerstört.

Nachdem der zweite Weltkrieg beendet und unser Tennis-Club stark in Mitleidenschaft gezogen war, beschlossen zehn honorige Mitglieder im Sommer des Jahres 1949 dem ältesten Tennis-Club Wuppertals neues Leben einzuhauchen. Ausgewählte Personen und Nachbarn wurden angeschrieben, um so neue Mitglieder zu gewinnen. Durch die Mehreinnahmen, großzügige Spenden und eine Umlage von DM 50,--, die jedes Mitglied zu zahlen hatte, wurden das Clubhaus und die ersten vier Plätze neu errichtet.

Obwohl das Clubhaus noch nicht fertig war und Verzögerungen durch eine zu schlechte und zu grobkörnige Sandmischung aufgetreten waren, wurde dennoch bereits 1950 das erste Clubturnier nach dem Krieg gespielt.

1952 wurde das Clubhaus endgültig fertiggestellt. Im dann folgenden Jahr wurde unser Club wieder in den Tennisverband Niederrhein aufgenommen und gleichzeitig mit der Ausrichtung der Bergischen Meisterschaften, die im September des gleichen Jahres stattfanden, beauftragt.

Außerdem gründete unser Club eine selbständige Tischtennisabteilung, die ihren Spielbetrieb im Oktober 1952 aufnehmen konnte.

Obwohl unser Club viele jugendliche Mitglieder hatte, durften diese damals nicht ohne Begleitung ihrer Eltern das Clubhaus betreten. Man empfand es dann bereits als großzügig, dass eine Neuregelung gefunden wurde, wonach den Jugendlichen im Clubhaus ein Tisch zur Verfügung gestellt wurde, der nur für sie bestimmt war. Von diesem Zeitpunkt an war ihnen auch alleine der Zutritt zum Clubhaus gestattet.

Die Mitgliederzahl wurde stetig und zügig größer (1954: 217 Mitglieder, 1956: 310 Mitglieder). Dennoch war unser Club bereit, englischen Offizieren und deren Frauen eine Spielmöglichkeit auf seiner Anlage zu gewähren. So erhoffte man sich, leichter in den Genuss städtischer Gelder kommen zu können. Dieses Ziel wurde zwar verfehlt, doch dafür entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zum englischen Offizierkorps Diese Freundschaften wurden durch gegenseitige Einladungen gepflegt.

Es fand dann ein Umbau des Clubhauses statt, der 1957 abgeschlossen wurde. Damals sind auch durch den Zukauf eines weiteren Grundstückes weitere Plätze geschaffen worden. Gleichzeitig überlegte man, wie man auch während der Wintermonate Tennis spielen könnte. Die verschiedensten Möglichkeiten wurden in Erwägung gezogen, doch das Hauptinteresse galt der Bergbahngaragenhalle (an dieser Stelle steht jetzt das Gebäude der Arbeitgeberverbände). Dieses Tennishallenprojekt musste aber wegen fehlender finanzieller Möglichkeiten zurückgestellt werden.

Bis 1963 standen unserem Club sieben Tennisplätze zur Verfügung, doch immer noch fehlte mindestens ein Platz um die einmal geplante Größe des Barmer Tennisclubs zu erreichen. Das Interesse am Tischtennis hatte bereits 1963 so nachgelassen, dass die Abteilung geschlossen werden musste.

Im Jahr 1966 wurden die 25. Bergischen Meisterschaften wieder auf der Anlage des BTC’s ausgetragen.

Das fünfundsiebzigjährige Bestehen des Barmer Tennisclubs wurde am 28.09.1968 in der Gesellschaft Concordia gefeiert. Hauptattraktion des Festes war ein ausgedachtes Bühnenstück des Konzertmeisters/Ballettmeisters Sertic, Mitglied der Wuppertaler Bühnen.

In den folgenden Jahren wurde der ernsthafte Versuch gemacht, die Anlage des BTC zu kaufen. Leider war der Kaufpreis nicht aufzubringen, so dass lediglich die Möglichkeit bestand, einen Pachtvertrag auf möglichst lange Zeit zu schließen.

Die 70. Bergischen Meisterschaften wurden 2012 erneut vom Barmer Tennisclub ausgetragen

Zum 100-jährigen Bestehen des Barmer Tennisclub 1993 wurde die Festschrift, aus der die o.g. Inhalte entnommen sind, verfasst und mit folgenden Worten geschlossen:

„Leider – und dies ist sehr bedauerlich – nahm das gesellschaftliche Clubleben immer mehr ab. Dies mag zum einen an der immer größeren Auswahlmöglichkeit, verschiedenen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen, liegen. Vielleicht fehlt es aber auch an der nötigen Identifikation mit unserem Club. …“

Glücklicherweise hat sich dieser Trend wieder zum Positiven umgekehrt, so dass der Barmer Tennisclub heute mit ca. 320 Mitgliedern sowohl über ein reges sportliches, als auch gesellschaftliches und kommunikatives Clubleben verfügt.

Einige Gründe, die diese Entwicklung sicherlich begünstigt haben, sind kurz zusammengefasst, dass das Tennis spielen auf unserer schönen Anlage und den bestens aufbereiteten Plätzen einfach Spaß macht, die großzügige Terrasse im Sommer zum Verweilen und Anfeuern der Sportler einlädt, mit der Tennisschule Eddie Topham beste Trainingsvoraussetzungen angeboten werden und der BTC darüber hinaus über eine hervorragende, italienische Gastronomie -die Osteria- , von der nicht nur Mitglieder, sondern auch Gäste begeistert sind, verfügt.

Nicht zuletzt sind natürlich die gemeinsamen Turniere und Veranstaltungen, wie z.B. der Greenday, das Jux-Turnier, Sommer- und Winterfest, die „Runzel-Rocker“-Runde, das DDD Damen-Doppel-Date etc. wesentlich für ein aktives, gemeinschaftliches Clubleben.

Wir freuen uns auf viele weitere, sportliche und erlebnisreiche Jahre im Barmer Tennisclub und sind stolz darauf, im Jahre 2018 bereits unser 125-jähriges Jubiläum feiern zu können.

(Quelle: 100 Jahre Barmer Tennisclub 1893-1993 Festschrift)